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16.05

„Wir müssen jetzt Tempo machen“ – Medienminister Georg Eisenreich im Gespräch mit tendenz

von Stefanie Reger unter Netzwelt

Jeder sollte von den Chancen der Digitalisierung profitieren. Das sagt Georg Eisenreich, Bayerns neuer Minister für Digitales, Medien und Europa. Welche Prioritäten will er deshalb künftig setzen? Was sollte sich der Freistaat vom Silicon Valley abschauen? Und welche Rolle will Bayern künftig auch bundesweit in der Medienpolitik spielen? Der Minister hat mit tendenz über seine Agenda gesprochen. Das komplette Interview ist in der aktuellen tendenz-Ausgabe zum Schwerpunktthema „Medienstandort Bayern – Tradition und Transformation“ nachzulesen.

Chancen der Digitalisierung für Bayern

Georg Eisenreich

Georg Eisenreich, Bayerns neuer Minister für Digitales, Medien und Europa / Foto: tendenz magazin

Tendenz: Der Medienstandort Bayern ist in seiner Bandbreite und Wirtschaftskraft in Deutschland einzigartig. Über sämtliche Branchen hinweg – von Rundfunk, IT bis hin zu Games und Film – nimmt Bayern Spitzenplätze im deutschlandweiten Ranking ein. Was sollten wir uns vom Silicon Valley abschauen, damit das auch so bleibt?

Das Silicon Valley kann und muss man nicht kopieren. Aber ein paar Dinge können wir uns abschauen, zum Beispiel bei der Gründerkultur. Viele erfolgreiche Firmen aus dem Silicon Valley haben mit neuen Geschäftsmodellen die Märkte aufgerollt und es schnell an die Weltspitze geschafft. Diesen Weg müssen auch wir konsequenter gehen. Dazu brauchen wir vor allem mehr Risikokapital und einen intensiveren Austausch von Know-how zwischen Gründern, erfolgreichen Innovatoren und etablierten Unternehmen. In Bayern schieben wir das an, etwa mit unseren digitalen Gründerzentren, die wir bayernweit einrichten, oder mit Angeboten zur Finanzierung junger Unternehmen, wie dem Wachstumsfonds Bayern.

„Das Zauberwort heißt Vernetzung“

 Unternehmen wie Amazon, Apple und IBM sitzen in München. Wie holt man auch die ländlichen Regionen mit ins Boot?

Das Zauberwort heißt Vernetzung. Wir achten sehr darauf, dass bei den einzelnen Digitalisierungsthemen jeweils alle bayernweit vorhandenen Kompetenzen eingebunden sind. Wir sind landesweit aktiv. So haben wir übers ganze Land verteilt 20 Professuren an Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften geschaffen und miteinander vernetzt. Ein weiteres wirksames Instrument sind F&E-Kooperationsprojekte, die wir in Themenbereichen wie Künstliche Intelligenz, Robotik oder 5G fördern. Damit können wir vor allem mittelständische Betriebe im ländlichen Raum an den Digitalisierungsaktivitäten beteiligen.

„Bayern hat große Stärken“

 Manche sagen, wir in Europa hätten den digitalen Wettbewerb ohnehin schon verloren. Wie sehen Sie das?

Die Lage in Europa stellt sich unterschiedlich dar. In vielen Ländern besteht Nachholbedarf. In anderen Ländern und Regionen ist man dagegen gut aufgestellt, dazu gehört Bayern. Bayern ist eine der innovationsstärksten Regionen der Welt. Ich bin zuversichtlich, dass wir auch die Herausforderungen der Digitalisierung erfolgreich meistern. Wir müssen aber jetzt Tempo machen. Wir haben große Stärken, auf die wir uns besinnen und die wir gezielt ausbauen müssen. Bei Industrie 4.0 zum Beispiel haben wir weltweit eine Führungsrolle. In der Ausbildung schneiden wir sehr gut ab, unsere Bevölkerung besitzt hohe digitale Kompetenzen. Wir haben ein starkes Fundament, müssen aber jetzt mutiger und schneller werden.

 

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