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22.11

Mobile Media Day 2016: Ein Tag im Digital Layer

von Tobias Helmlinger unter Netzwelt Radio TV

Der Mobile Media Day 2016 zeigte, wie stark mobile Medien im Alltag der Menschen bereits verankert sind und wie stark Medienunternehmen künftig davon noch profitieren können. Innovative Konzepte im Content-Bereich, Mobile Video sowie Virtual und Augmented Reality gehörten zu den Schwerpunktthemen des Fachtages am 14. November in Würzburg.

Fachpublikum aus dem gesamten Bundesgebiet und Studenten der bayerischen Hochschulen informierten sich im Vogel Convention Center über die aktuellen Trends und Technologien im Bereich mobile Medien. Mit mehr als 700 Anmeldungen konnte der Mobile Media Day erneut einen Teilnehmerrekord verzeichnen. 17 StartUps, 15 Unternehmen aus der Region und die Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt präsentierten innovative Exponate auf der begleitenden Ausstellung. Natürlich durfte auch der Gründerpitch nicht fehlen.

Mobile Media Day: How to catch the millenials?

Mobile Media Day 2016

Fullhouse beim 4. Mobile Media Day.

Wie schon seine Vorredner Stefan Rühling, CEO von Vogel Business Media, und Christian Schuchardt, Oberbürgermeister der Stadt Würzburg, betonte BLM-Präsident Siegfried Schneider in seinem Grußwort, dass für die Marktplayer kein Weg daran vorbei führe, neue Geschäftsmodelle für die mobile Nutzung zu entwickeln.

Mit Blick auf die Startup-Szene bezeichnete Schneider es außerdem als Standortaufgabe für Bayern zu prüfen, wo Kreativität und Technologie zusammengebracht werden könnten.

Wie sehr mobile Medien bereits im Alltag junger Menschen verankert sind und wie Medienunternehmen junge Menschen überhaupt noch erreichen können, thematisierte Sandra Cortesi von der Harvard University in ihrer Keynote „How to catch the millennials?“ . Als Fellow am Berkman Klein Institut leitet sie ein Forschungsprojekt zum Thema Jugend und Medien. Ihre Empfehlung: die Perspektive der jungen Zielgruppe einnehmen und deren Plattformen entern.

Die News-Roboter kommen

Im ersten großen Themenblock stellte der Mobile Media Day spannende und innovative Konzepte zum Thema Mobile News vor. So präsentierte Martin Hoffmann sein neu gegründetes StartUp Resi. Resi ist ein Chatbot, der in einer App lebt und die wichtigsten Nachrichten des Tages über ein Messenger-Interface verbreitet. In seinem Vortrag mit dem Titel: „Die News-Roboter kommen“, ging Hoffmann besonders auf die generelle Entwicklung ein: weg von den großen, offenen Social-Media-Plattformen hin zu geschlossenen Messenger Diensten. Sein StartUp Resi schlägt genau in diese Kerbe.

Nach Hoffmann hatte Orr Chen vom israelischen StartUp PushApps.mobi das Wort. Chen und sein Unternehmen bauen eine Pushapp-Plattform auf, die Push Notifications persönlicher, interaktiver und besser machen sollen. In der nächsten Version ermöglicht die Plattform laut Chen sogar Video-Pushapps.

„Das Radio aus der Zukunft“: Capsule FM

Der nächste Redner, Espen Systad, ein aus Norwegen stammender Wahlberliner, stellte sein StartUp CapsuleFM vor, „das Radio aus der Zukunft“, wie er es selbst nennt. CapsuleFM bietet die Möglichkeit, eine voll personalisierte und non-lineare Radiosendung zu bauen und auf dem mobilen Endgerät abzuspielen. Dabei setzt Systad auf die bekannte Apple Sprachausgabe Siri, die im Fall von CapsuleFM als Moderatorin fungiert.

Daten aus der aktuellen Digitalmedien-Studie im Auftrag von Reuters bildeten den Abschluss des ersten Themenblocks. Studienautor Dr. Sascha Hölig vom Hamburger Hans-Bredow-Institut belegte, wie wichtig mobile Endgeräte für die Medienwirtschaft geworden sind und wie die Millenials Online-Nachrichten nutzen. Sein Vortrag regte zum genauen Hinsehen an, besagen die Daten zum Beispiel auch, dass sehr viele Menschen in Deutschland Facebook nutzen, aber nur ca. die Hälfte von ihnen Facebook als ernstzunehmenden Kanal für Nachrichten sehen.

Mobile Video und Snapchat

Den Bogen von Radio- und Online-News zu Bewegtbild schlug Bertram Gugel, einer der führenden Köpfe im Bereich Bewegtbild und Digitalisierung. In seinem Überblick zum Thema Mobile Video stellte er neue Plattformen für mobiles Bewegtbild und die damit verbundenen Möglichkeiten vor.

Laut Gugel spielt vor allem die Trendplattform Snapchat eine große Rolle, die Duygu Gezen als „perfektes Tool für den modernen Geschichtenerzähler“ bezeichnete. In ihrem Vortrag „Snapchat Storytelling“ zeigte die Radio Bremen-Mitarbeiterin Beispiele aus ihrer Arbeit mit der Plattform.

Den Abschluss im zweiten Themenblock bildete der Vortrag von Prof. Erich Schöls vom Steinbeis Forschungszentrum Design & Systeme an die Hochschule Würzburg, der die Zukunft mobiler Mediennutzung im Auto beschrieb. Der Designer demonstrierte dabei auch, welche Rolle Medien spielen könnten, wenn das aktive Fahren in naher Zukunft in den Hintergrund rückt und das Auto zum Erlebnisraum wird.

Zum Einstieg in das Thema Forschung und Technik schilderte Dr. Astrid Carolus, Medienpsychologin an der Universität Würzburg, die Funktion der Smartphones als digitale Begleiter aus medienpsychologischer Perspektive. Erstaunlich: In Sachen Distanz „zwischen mir und …“ kommt das Smartphone gleich nach Partner, Freunden, Haustieren und Verwandten.

Trendthemen beim Mobile Media Day 2016: Virtual und Augmented Reality

Mit seinem Grundlagenvortrag zu Virtual und Augmented Reality schaffte Maximilian Münch von der Fachhochschule Würzburg eine gute Überleitung zum letzten Themenblock VR/AR/360°. Im Anschluss daran forderte Aline-Florence Buttkereit vom Mediennetzwerk Bayern: „Let’s go virtual!“. Sie dokumentierte die notwendige Technik und Anwendungsbeispiele.

Wie das Thema 360 Grad konkret beim Bayerischen Rundfunk umgesetzt wird, erklärte Gudrun Riedl. Sie präsentierte das neue 360° Video Modul in der BR24 App und die dahinterliegende Technik. Ein Beispiel, das den passenden Abschluss für einen informativen Tag lieferte.

Weitere Informationen, Fotos, Videos sowie die komplette Liveberichterstattung des Medienpartners Mainpost finden Sie auf der Website des Mobile Media Day.

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